WERKSTATTNOTIZ · MESSKONZEPT, NOCH KEINE BAUANLEITUNG
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Energie / Sensorik / Home Assistant

Wie voll ist
der Öltank?

Eine einfache Frage mit einem spannenden Weg zur Antwort: Kann ein Drucksensor den Füllstand bestimmen und die Daten automatisch ins Smart Home bringen?

Die Idee: Gewicht wird Druck.

Eine Flüssigkeit erzeugt durch ihr Gewicht Druck. Je höher die Flüssigkeit über einer Messstelle steht, desto größer ist der hydrostatische Druck. Entscheidend ist der Druckunterschied zwischen der Messstelle und dem Gasraum über der Flüssigkeit.

Δp = ρ · g · h   →   h = Δp / (ρ · g)

Δp ist der Differenzdruck in Pascal, ρ die Dichte in kg/m³, g die Erdbeschleunigung und h die Flüssigkeitshöhe über der Messstelle in Metern. Sensoroffset und Einbauhöhe müssen berücksichtigt werden.

Rechenbeispiel: Bei einer angenommenen Dichte von 840 kg/m³ und einer Höhe von 1,00 m ergeben sich mit g = 9,81 m/s² rund 8.240 Pa, also 82,4 mbar. Bei 1,50 m wären es rund 124 mbar. Die tatsächliche Dichte hängt unter anderem vom Brennstoff und seiner Temperatur ab.

Drei Wege zum Messwert.

AnsatzWas noch zu klären ist
Medienberührender DrucksensorFreigabe für Heizöl, Materialien, Messbereich, Abdichtung und zulässiger Einbau.
Pneumatisches MessverfahrenGeeignete Messleitung, kontrollierte Druckerzeugung und fachgerechte Tankanbindung. Ein eingeschlossener Luftschlauch allein ergibt noch keine belastbare hydrostatische Messung.
Zugelassener fertiger FüllstandssensorVorhandene Anschlüsse, lokale Datenschnittstelle und Integrationsmöglichkeit prüfen.

Ein Differenzdrucksensor kann den Bezug zum Gasraum direkt herstellen. Ein Absolutdrucksensor braucht zusätzlich einen geeigneten Referenzdruck. Wetteränderungen würden sonst als scheinbare Füllstandsänderungen in die Auswertung eingehen.

Und das iPhone-Barometer?

Auf unterstützten Geräten kann Apples Core-Motion-Schnittstelle Luftdruck und relative Höhenänderungen bereitstellen. Das macht ein iPhone für ein Luftdruckexperiment interessant. Es ist damit aber weder ein heizölgeeigneter Tanksensor noch automatisch für diese kleinen Druckdifferenzen validiert.

Die Eignung des konkreten Geräts, die App-Schnittstelle, Messauflösung und Drift müssten zuerst separat untersucht werden. Ein Smartphone wird nicht mit Öl in Kontakt gebracht oder als fest installierte Tankmesseinrichtung eingesetzt.

Von Zentimetern zu Litern.

Die Füllhöhe ist noch kein Volumen. Bei einem liegenden zylindrischen Tank entspricht halbe Höhe zwar halbem Volumen; dazwischen ist der Zusammenhang aber nicht linear. Bevorzugt verwenden wir die zum Tank gehörende Peiltabelle.

Für einen idealen liegenden Kreiszylinder mit Radius r, Länge L und Füllhöhe h wäre die Querschnittsfläche:

A = r² · arccos((r − h) / r) − (r − h) · √(2rh − h²)
V = A · L

Das gilt für 0 ≤ h ≤ 2r und eine einheitliche Längeneinheit. Gewölbte Tankenden, Neigung und die Höhe des Messpunkts sind darin nicht enthalten. Eine unpassende Geometrie würde auch bei einem guten Drucksensor falsche Literwerte liefern.

Der Weg zu Home Assistant.

  1. Ein geeigneter Sensor liefert den Rohdruck. Ein ESP32 kann ihn über eine passende elektrische Schnittstelle erfassen.
  2. Die lokale Auswertung prüft Messbereich und Aktualität, berücksichtigt Offset und Referenzdruck und berechnet die Füllhöhe.
  3. Die Peiltabelle ordnet der Höhe ein Volumen zu. Rohdruck, Höhe, Volumen und Qualitätsstatus bleiben getrennt sichtbar.
  4. Home Assistant erhält die Daten lokal, zum Beispiel über eine verschlüsselte ESPHome-API. Der Tank benötigt dafür keinen öffentlichen Internetzugang.

Unplausible Werte sollen als ungültig markiert werden. Ein ausgefallener Sensor darf nicht unbemerkt einen alten Füllstand als aktuellen Wert anzeigen. Ein Verbrauchstrend braucht geglättete, zeitlich zugeordnete Daten und muss Betankungen erkennen.

Was wir als Nächstes klären.

Technische Quellen

Stand: 6. November 2026 · Erstes Konzept. Ergebnisse und konkrete Bauteile ergänzen wir nach Prüfung.

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