Kirgistan

So, eineinhalb Wochen vor unserer Heimkehr hat uns also doch noch erwischt und Michi und ich liegen von einem Magen-Darm-Virus geplagt flach. Kommen die ganzen Medikamente doch noch zum Einsatz! Wir sind gerade in Karakol östlich vom Issyk-Köl, umgeben von schneebedeckten Gipfeln, und wollten morgen eigentlich eine Sechs-Tages-Tour in die Berge machen. Die haben wir jetzt erstmal auf Sonntag verschoben.

Nun zum Anfang in Kirgistan: Angekommen sind wir mit dem Bus aus Almaty in Bishkek. Erstmal war alles ganz schön konfus. Wir hatten einen Kontakt von Couchsurfen, Asel, die uns bei ihr hätte unterbringen können, nicht aber Iuliia. Meine Tante Angi hat uns noch einen anderen Kontakt organisiert, Evi, eine Kollegin von der GIZ. Wir hatten dann mit beiden ausgemacht, dass wir uns in Bishkek treffen, allerdings hatten wir dort angekommen keine Möglichkeit sie zu kontaktieren. Ohne Geld (weil nirgends ein Geldautomat in der Nähe war) und ohne funktionierende SIM-Karte ist es doch plötzlich gar nicht mehr so leicht, sich zu organisieren. Aber wie es dann manchmal so kommt, hat sich alles wieder wunderbar gefügt: Iuliia könnte etwas Geld wechseln und wir könnten eine SIM-Karte kaufen, um Asel und Evi zu kontaktieren. Eine junge Englisch-Studentin hat uns geholfen und beraten. Evi wollte uns zum Essen in ein Restaurant einladen. Als ich dann eine andere Frau fragte, wie man dort hinkommen könnte, meinte sie nur: „Ich habe ein Auto. Ich kann euch fahren.“ Also hat uns diese unglaublich nette Frau durch die halbe Stadt bis zu dem Restaurant gefahren. Dort haben wir die unglaublich liebe Evi getroffen, die uns nicht nur zu einem leckeren georgischen Essen eingeladen hat, sondern trotz einem furchtbar anstrengendem Tag uns auch noch eine Pension um die Ecke organisiert und uns viele hilfreiche Tips gegeben hat. Ihr Sohn und seine Freundin sollten am nächsten Morgen auch in Bishkek ankommen. Vielleicht treffen wir sie hier noch am Issyk-Köl. Leo hat Evi vollends rumgekriegt, als es dann sogar noch ein Eis zum Nachtisch gab.

Asel kam auch noch ins Restaurant. Sie hat uns auch noch Kontakte in Karakol gegeben und uns an unserem letzten Wochenende in ihre Yurte eingeladen. Sie hat selbst zwei Kinder, 4 und 6 Jahre. Das wird bestimmt toll. 

Geschlafen haben wir dann in der Pension, die von einem lieben alten Ehepaar geführt wird. Sie haben uns bis ein Uhr nachts noch spannende Geschichten von ihren Reisen erzählt. Am nächsten Morgen gab es das beste Frühstück seit wir Deutschland verlassen haben: Frische Pfannkuchen mit Sanddornmarmelade (hiesige Spezialität), (richtiges!) Brot, Butter, Tee, Joghurt und Kekse im sonnenbeschienenen Innenhof. 

  

Nach dem ausgiebigen Frühstück sind wir zunächst zur Deutschen Botschaft, weil wir versuchen wollten ein VISA für Iuliia zu bekommen, dann hätte sie noch eine Woche Deutschland-Urlaub drangehängt. Da man aber überhaupt erstmal einen Termin braucht, um einen Visaantrage abzugeben, und der nächste erst Ende Juli frei ist, wird da leider nichts draus. Anschließend haben wir einen dieser lauten, lebendigen, riesigen orientalischen Basare besucht, um Iuliia noch mit einem Schlafsack auszustatten, da es hier nachts doch noch ganz schön kalt wird. Toll ist hier die Mischung von allem aus Asiatisch, Orientalisch und Russisch.

Nachmittags sind wir dann in einen Bus nach Karakol gestiegen. Nach sechs Stunden Busfahrt, die die Kinder ja inzwischen ohne weiteres mitmachen – wir haben erstmal alle geschlafen – sind wir hier in Karakol wieder in einer wunderschönen Pension untergekommen. Unterwegs hat es gestürmt und gewittert, was das Zeug hielt und auch heute hat es ziemlich viel geregnet. Während ich krank im Bett lag, sind Michi und Iuliia mit den Kindern losgezogen, um Regenhosen für die Kinder und eine Regenjacke für Iuliia zu kaufen. Michi und ich hatten in Deutschland noch überlegt, das Regnzeug ganz zu Hause zu lassen, sind wir doch in einer über das ganze Jahr gesehen sehr trockenen Region. Zum Glück haben wir uns dann aber doch dazu entschieden, zumindest die Regenjacken mitzunehmen, denn der Mai ist der regenreichste Monat im ganzen Jahr. Die Berge sind noch voller Schnee und es kann sogar sein, dass es auch in den Tälern noch schneit. 

  

Für unsere Trekking-Tour haben wir uns ein Packpferd, ein Pferd für die Kinder und einen Horseman engagiert. Wir Großen laufen. Eigentlich wollten wir sechs Tage wandern, jetzt bleiben wahrscheinlich nur fünf, weil wir uns morgen erst auskurieren müssen. Davon erzählen wir danach wieder. Während der Wanderung können wir wahrscheinlich aufgrund von fehlender Internetverbindung nicht schreiben. 

Für alle, die sich am Begrüßungskomittee beteiligen wollen: Wir landen am 01. Juni um 13:15 Uhr in München. Und wir freuen uns schon riesig euch alle wiederzusehen!!! Leo zählt schon die ganze Zeit auf, wen wir schon ganz lange nicht mehr gesehen haben und wer uns dann alles besuchen soll. Achja, Leo hat ein neues Lieblingsauto: Lada! Er will nur noch mit Lada-Taxis fahren. Bis bald!

  

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